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Wie viel ist unsere Bequemlichkeit wert?

Die moderne Medizin ermöglicht es inzwischen mittels spezieller Untersuchungen einer werdenden Mutter die wohl wichtigste Frage überhaupt zu beantworten. - Wird mein Kind gesund sein
Unterdessen können wir uns einer weiteren Frage stellen - Welche Bedeutung hat ein solcher Fortschritt für unsere Einstellung zum Leben und zum Kinderkriegen?
Die Befragung zum Thema - erarbeitet von NETWORK\'s RESEARCH\"
In Kürze hier bei ITB im Bereich Labs


Story-Cover

Zur Erinnerung

Bei der folgenden Erzählung handelt es sich um eine dramatische Aufarbeitung von Gedankenspielereien.
Die Handlung und auch die Personen dieser fiktiven Geschichte agieren unabhängig vom tatsächlichen Wahrheitsgehalt.
Die Szenarios jedoch basieren auf Tatsachen, oder einer gründlichen Recherche.


Der lange Schlaf

Ohne jede Chance

Dies ist eine Geschichte, von der der Autor selber noch nicht weiß wo sie beginnt, geschweigedenn was sie erzählt.

Es begann, als an einem kühlen Morgen Manuel Okelly, kurz Many, in seinem Zimmer erwachte, geweckt durch ein entnerven lärmendes Handy und den irgendwo weit weg blubbernden Stimmen eines fernen Radiosenders. Dieser Sender kam aus seiner alten Heimat, aus einem anderen Leben fast schon. Während Many noch liegen blieb dachte er flüchtig daran, dass auch die Morningcrew im Radio irgendwann mal aufstehen musste, vermutlich sogar mitten in der Nacht. Wie sie es dennoch hinkriegten so fresh und fit zu sein war ihm unbegreiflich. Vielleicht sind sie gedopt, dachte er, so wie ich.

Many wartete bis es fast ganz zu spät zum Aufstehen war, dann tat er – wie jeden Morgen – einen gewaltigen Satz aus dem Bett, schon diesen angespannt gehetzten Ausdruck im Gesicht, eins der wenigen äußerlichen Zeichen für den herannahenden Zusammenbruch.

Er erledigte die morgendlichen Handgriffe fast unbewusst und wie im Schlaf, schnell und ohne überflüssige Bewegungen, während der im Kopf den Tag durchging. Er stellte fest, was er hatte, was ihm fehlte und was er ergänzen konnte, um erfolgreich weiter Stein auf Stein für sein Abitur zu legen.

Er blickte auf die Uhr, als er aus dem Haus stürzte – er würde wieder pünktlich sein.

Er näherte sich der Schule, energisch bahnte er sich seinen Weg durch die blubbernde Menge, bis er angerufen wurde. „Hey – hey … mach langsam Alter…” Many drehte sich zu dem Sprecher und hob zustimmend die Hand. „Eigentlich hast du Recht!” Wer ihn nicht kannte übersah gewöhnlich die Spuren der umfassenden Müdigkeit in Man’s Gesicht, nicht so sein Freund. „Wie lange?” „Letzte Nacht? Nicht lange!” „Cool -„ Er schüttelte den Kopf, ohne passende Worte.

Weiter schweigend betraten sie das Gebäude, im Treppenhaus verabschiedeten sie sich.

Es schien, als hätte man auf ihn gewartet, doch wenn es so war, hätte er liebendgern verzichtet, denn dies mal war es kein Kollege, diesmal begrüßte ihn Corinna mit einer der Bemerkungen, für die er ihr schon oft gern eine reingegeben hätte. Mühsam beherrscht drängte er sich an ihr und den Anderen vorbei und während er durch den Raum ging wurde ihm, als schwebte er vorbei an Albtraumhaften Erscheinungen, die unmöglich wirklich sein konnten.

Er ging im hintersten Drittel des Raumes in Deckung.
Langsam sprach er in Gedanken zu sich selbst, machte sich zum wiederholten Male klar, wie wenig die ständigen, aggressiven Kommentare wert waren, doch je länger er so dachte, desto mehr bemerkte er, wie er gedanklich weiter und weiter abtrieb in eine Richtung, in der es irgendwann nicht mehr weitergehen würde. Dort war kein Weg und er wollte es niemandem gestatten ihn so in das Abseits zu drängen.
Flüchtig dachte er daran, dass es ihm immer schwerer fiel sich zu beherrschen. Noch mehrere Male während der zwei nächsten Stunden spürte er einen Anflug unbezwingbarer Abneigung, eine tiefe, kalte Wut im Kopf und im Bauch.
Wieder fragte er sich nach dem Grund – den Grund warum er das ständig ertragen musste, warum er sich ständig der zermürbenden Schikane aussetzen musste – warum er dann so machtlos war und wie – bei allen Sternenteufeln wie er in diesen verderblichen Kreislauf hineingezogen worden war. Man hätte mit den Leuten reden müssen, tief und geduldig, erklärend, sich aussprechen – wenn diese Müdigkeit nicht wäre, die Müdigkeit, die ihn reizbar und impulsiv zu machen drohte, wenn er nicht dagegen ankämpfte. Er führte diesen Kampf mit Kaffee und P2, würde aber irgendwann verlieren.

Das alles hatte zur Folge, dass vor 10 Uhr mit ihm nichts los war insofern, als man ihn dann besser gar nicht ansprach. Wer es doch tat riskierte schlimmstenfalls eine heftige Erwiderung. Ohne ihnen wirklich zu folgen hörte er die Stimmen der Leute. Gerade sagte Rebekka etwas. Sie beantwortete die letzte Frage von Herr Meyer, wie aus einem Lehrbuch für junge Physikstudenten. „Grundlagen der Physik – erstes Semester” Many musste grinsen. Genauso hörte sich das an. Rebekka las nichts von ihrem Zettel ab, sie hatte das alles sicher im Kopf, der Grund dafür, dass sie dort für nichts sonst Platz fand. Früher hatte ihn so etwas wie Freundschaft mit ihr verbunden, aber Becky – wie er sie meistens rief – war, besessen von einem verzehrenden Ergeiz und beherrscht von mehr als 1000 höchst überflüssiger „Ich-tue-irgendwas-extrem-nützliches-Beschäftigungen” so völlig ausgefüllt, dass für Freundschaft keine Zeit blieb. Anfangs hatte ihn das sehr enttäuscht und deprimiert, inzwischen hatte er es abgehakt. Zurück blieb ein leises Bedauern darüber, dass es so war wie es nun einmal war, denn objektiv war nicht zu bestreiten, dass Becky – wenn sie wollte – wirklich sehr sympathisch und einfühlend sein konnte und eine gute Menschenkenntnis hatte, obwohl er beim letzten Punkt nicht mehr so sicher war.

Um nicht länger Zeit und Worte zu verschwenden hatte er sich dann entschlossen, diese Freundschaft, die nie eine war, zu vergessen und zu begraben, und weil es darüber mit ihr nie Einigkeit gegeben hätte, brauchte er es auch nichts erklären. Sowieso hätte ihn keine Erklärung von ihr interessiert, das war vorbei. Jahrelang hatte er Erklärungen für alles von Allen angehört, und was war der Erfolg?

Many The Machinist, Abiturient in Spe, Chefingenieur einer glücklosen Firma, sicher der müdeste Mensch an der Schule, erhob sich am Ende der Stunde, lies sich vom Strom der Menschen fortspülen, hinaus in den herbstlichen Morgen.

Der tief hängende Himmel, bedeckt mit  schweren Wolken, schien  bleischwer auf der riesigen City zu lasten.

Zwischenspiel

„Ja; … Ja ich versteh sie auch schlecht … Guuuut! > Es wird bald zum Sturm kommen – Besprechungstermin? Wir können nicht erst warten bis eine Besprechen irgendson. Papier erarbeitet, die Lage is DRINGEND – wir haben hier Alarmstufe 1… NEIN, nicht wegen des Wetters…” so ging es noch weitere 5 Minuten, bis Many völlig entnervt auflegte. Seit Stunden stand schon alles auf 0. Irgendetwas, vermutlich jemand, der die chronisch viel zu schwachen Sicherungen ihrer Rechner ausnutzte, hatte ein technisches Chaos verursacht, in dem nichts mehr richtig funktionierte. Die Mitarbeiter klingelten Sturm, weil sie keine Emails mehr versenden und empfangen konnten, seine Kollegen und er verbrachten Stunde um Stunde mit dem Sichten von Logfiles ohne eine Spur zu finden, die ihnen weiterhalf, und jetzt wollte der Leiter einer anderen Arbeitsgruppe ihn in zeitraubende Gespräche über die Richtigkeit seines Vorgehens verwickeln. Irgendwann war alles zu viel, für einen Moment verlor er die Kontrolle, und mit geballter Faust holte er aus und schlug hart zu. Es knackte laut und vernehmlich,  dann gingen alle Lichter aus. Aus. Um 17:29 Uhr, irgendwann in einem eisgrauen Winter, erlosch die elektronische Existenz von Cybertrack – und diesmal für immer.

Ein Jahr darauf

Wieder ein Morgen – wieder im Dezember – das Aufwachen glich einem langsamen Auftauchen aus einem tiefen, dunklen See… und mündete in Entsetzen. Schlagartig kam die Erinnerung zurück, und die Kenntnis darüber, dass erstens die Klausur des Leistungskurses diesen Morgen stattfand, und dass die unzweifelhaft längst aufgegangene Sonne auf ein erbärmliches Versagen aller Wecker hinwies. Dieses Mal sparte Many sich alles, was einen Morgen sonst so ausmacht, im Laufen wand er sich den Gürtel um, und noch bevor er das Schulhaus betrat hatte er den ersten P2 alle. Es war spät – sehr spät, aber vielleicht nicht zu spät. Kaum im Raum stürzte er sich auf den Text, verarbeitete so hektisch wie nie Fakten und Gegebenheiten, wog ab und schrieb, schrieb so schnell wie selten zuvor. In rastlose Eile konstruierte er Überlegungen Argumente, verdrängte die Müdigkeit und den Nebel des Vergessens und – in neuer Rekordzeit – übergab er seine Arbeit einer Aufsicht. Er ging ohne sich umzudrehen, die ihm folgenden Blicke ignorierend, da er ohnehin wusste, was sie sagten. Mit den Nerven am Ende verließ er das Schulhaus und chillte sich auf eine Bank. Jetzt brach die Anspannung sich Bahn, und die Kraft für stundenlanges, konzentriertes Arbeiten schien schlagartig aus ihm zu weichen. Der denkbar ungünstigste Punkt für eine Störung, erstrecht wenn es eine so miese war – aber der Zufall wollte es, dass Corinna gerade jetzt auch fertig wurde. Während sie an Many vorbei kam sagte sie zu jemand anders etwas davon, dass Many bestimmt wieder beschissen habe, weil er das ja sowieso immer täte und…

In diesem Moment veränderte sich etwas in dem Gesicht Many.s. Es war, als hätte jemand plötzlich das normale Licht aus, und ein rot-blinkendes Alarmlicht angeknipst. Langsam stand er auf und folgte der Gruppe – es war nicht schwer. Die Minuten vergingen und Many wunderte sich wie problemlos Corinna und Pauline sich verfolgen ließen. Entweder sie sahen ihn nicht oder es war ihnen wayne oder sie waren zu fertig oder alles zusammen, da… war schon die Ampel, dort das Kaufhaus – hinein und hinauf, über Galerien und von Geschäft zu Geschäft, rauf und runter, immer hinter her, ohne Empfindung, wie programmierte Automaten – sowohl Verfolger wie Verfolgte – und wie in einem Programm kam irgendwann die letzte Szene. Ganz kurz blitzte in seinem Hirn etwas auf, ein abgekartetes Spiel. Er holte auf, überholte, stellte sie – stellte sich in ihren Weg… und begriff gleichzeitig, dass alles was jetzt kam nur einmal kam, dass es jetzt unausweichlich war, weil er nicht mehr zurück konnte. Er drängte beide gegen die Wand, die hier ein Geländer auf einer umlaufenden Galerie war, noch fiel es niemandem auf. Und dann, mit den beiden Gesichtern vor sich, voll ungläubiger Überraschung und steigender Unruhe, wusste er es plötzlich. Nicht deshalb war er den ganzen Weg hier her gerannt, weil er sich nie fähig sah, weder praktisch, noch vom Gehirn her, jemanden aus billigen Vergeltungszwängen zu verletzen, oder gar zu töten. Völlig abwegig erschien es ihm, was er vorhin gedacht hatte, vielleicht gedacht hatte oder zu denken geglaubt hatte – Er handelte jetzt schnell und überzeugt. Kraftvoll schwang er sich über die Brüstung und für einen Moment hing er über dem Abgrund, hielt sich am Geländer fest – er blickte die zwei Menschen an, die mit ihm in einer Welt lebten, in der er überfordert war. „Grüßt die Anderen” rief er – und die Welt schien still zu stehen. „Grüßt Die, die noch die Meinen waren… ihr werdet es tun – ich sehe es. Sagt ihnen: Ich kann jetzt schlafen.”

Langsam öffnete er die Hände.

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Bisher 2 Kommentare zum Artikel

  1. Kommentar von STRANDED

    hey hey man many thanks ^^ joa manches muss mal gesagt werden – aba ich will doch eig wirklich nur schlafen xd ^^

  2. Kommentar von Deagleking *37* DeMoNic *[T®]*

    Jojojo Rom. Ziemlich krasse Geschichte. Wer wohl Corinna und Pauline sind? XD Bestimmt richtig beschissene Spinner! Aber ich hätte in deiner Geschichte ein wenig Paramilitär erwartet. XD Ich glaube ich schreibe auch mal in den Ferien wieder so einen Bestradler. XD Auf jeden Fall: häng dich rein! Schreib weiter manro!^^

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