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Wie viel ist unsere Bequemlichkeit wert?

Die moderne Medizin ermöglicht es inzwischen mittels spezieller Untersuchungen einer werdenden Mutter die wohl wichtigste Frage überhaupt zu beantworten. - Wird mein Kind gesund sein
Unterdessen können wir uns einer weiteren Frage stellen - Welche Bedeutung hat ein solcher Fortschritt für unsere Einstellung zum Leben und zum Kinderkriegen?
Die Befragung zum Thema - erarbeitet von NETWORK\'s RESEARCH\"
In Kürze hier bei ITB im Bereich Labs


Das Bildungssystem hat Probleme – nicht nur in Deutschland, international bewirken die Entwicklungen der letzten Jahre einschneidende Veränderungen für Schüler, Studenten, und solche die es werden wollen.

Der Zugang zu den Hochschulen wird durch die vielerorts eingeführten Studiengebühren vor allem für die Kinder einkommensschwächerer Familien erheblich erschwert, die Privatisierung von Hochschulen führt zudem zu einer drastischen Verschlechterung bzw. Verknappung des Lehrangebots, indem z.t. ganze Fachbereiche dem Rotstift zum Opfer fallen.
Mit dieser Botschaft versuchen streikende Studierende in diesen Tagen mit bundesweiten Aktionen auf sich aufmerksam zu machen und den Fokus der Medien auf die Misere im Bildungssystem zu lenken.
Im Aktionsbündnis Bildungsstreik Berlin haben sich Schüler und Studenten in Berlin zusammengeschlossen und organisieren die Proteste in der Hauptstadt.
„Wir wollen Bildung – und zwar um sonst!“
Mit dieser oder ähnlichen Losungen auf den Lippen stürmen Studenten in der Woche vom 15.-19. Juni in Hörsäle und Seminarräume, mit Plakaten und Flugblättern und einer kurzen Ansage durchs Mikrofon, in der die Ziele der Streikenden kurz zum Ausdruck kommen.

Foto - Besetzung des Otto-Suhr-Instituts der Freien Universität Berlin

Foto – Besetzung des Otto-Suhr-Instituts der Freien Universität Berlin

Das Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft der Freien Universität Berlin
Seit Montag früh halten streikende Studenten die Eingänge besetzt.
Prinzipiell kommt nun niemand in das Gebäude hinein, jedenfalls keine Hochschulangestellten, doch . . .
„Es liegt uns nichts daran hier alles zu blockieren.“ Erklärt Michael T, einer der Streikenden.
Er hat Teile der Vorbereitungen, etwa den Druck und die Verteilung der Plakate, maßgeblich mit organisiert.
„Hauptsächlich geht es uns um die Sache und ein besseres Verständnis für die strukturellen Probleme auf dem Bildungssektor.“
Ich frage Michael, seit wann er heute hier ist.
„So ca ab halb neun.“
„Und was hast du heut den ganzen Tag gemacht?“
„Ich bin hier viel unterwegs gewesen, habe mir alles angeguckt und geschaut wie alles läuft.“
Und wie läuft alles?
Ich frage Michael nach seinem bisherigen Eindruck vom Streik.
„Ich bin sehr glücklich. Alles scheint bislang sehr gut abzulaufen, wir erhalten eine große Resonanz, auch in den Medien. Anfangs war ich nicht sicher, ob wir genügend Studierende mobilisieren können, aber jetzt bin ich optimistisch, dass ein großer Teil die Botschaft verstanden hat.“
Eben das ist die Frage.
Ein paar Tische, Leute, die auf dem Boden sitzen und ein Transparent…
Ob das hilft?

Über die bestreikten Punkte, die Missstände an den Hochschulen, den rasant ablaufenden Qualitätsverfall der Lehre, ausgelöst durch eine zunehmende Kommerzialisierung von Bildungseinrichtungen… über all das besteht hier wohl nicht der geringste Zweifel.
Ebenso unstrittig scheint unter Studenten die Auffassung zu sein, dass etwas geschehen muss, wenn die Unis nicht zu einem Ort für eine Generation von bessergestellten Studenten, die zu einer unkritischen Teilnahmslosigkeit in einer straff durchorganisierten Bildungsmaschine erzogen werden verkommen sollen…
Allein der Weg die angebrachten Bedenken auszudrücken ist wie immer die größte Herausforderung, die es bei einer kollektiven Willensäußerung nur geben kann.
Es bleibt abzuwarten, ob der bislang noch recht flüssig und überzeugend dargebrachte Streik wirkliche Impulse setzen kann, oder wie so oft an der inneren Zerstrittenheit solcher Bewegungen zerbrechen wird.
Denn es gibt auch resignierende Stimmen.
Prof. Dr. Mengel, Politikwissenschaftler an der FU Berlin, sagte angesprochen auf die angelaufenen Streikvorhaben: „Ich habe solche Streiks im Laufe meiner Uni-Laufbahn schon drei-vier mal erlebt. So desillusionierend es auch klingen mag, erreicht haben diese Vorhaben in der Regel nichts – überhaupt nichts.“

Fazit
Über die angestrebten Ziele der Streikwilligen braucht man nicht zu diskutieren.
Inwieweit die Aktionen und Veranstaltungen der kommenden Woche eine Wirkung zeigen werden, das muss abgewartet werden.

Von ITB Research, Juni 15, 2009, 20:21 Uhr

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