Ein Bericht von Roman für BLUE PARADISE
Vorab noch ein Tipp: Für Alle, die nur mal die Bilder sehen wollen gibt es hier eine Datei mit den Fotos:
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Willkommen in Essen
Tja! – die Loveparade – eins von den Sachen, die man wohl einfach mal gesehen haben muss – auch wenn das heute völlig anders ist als wohl noch vor 10 Jahren und viel von der ursprünglichen Message der komerziellen Atmosphäre eines Megaevents gewichen ist, das Feeling solcher Riesenfeste aber ist noch immer da.
Das fing mich schon bei der Ankunft in Essen ein. Schon während der Fahrt wurde es im Zug voller und voller, die Verspätung immer größer und ich begann mich schon zu fragen, ob die Ruhrmetropole den kommenden Besucherstrom überhaupt fassen können würde. – Um es gleich vor weg zu nehmen, sie hat ihn verkraftet, wenn auch nur knapp ![]()
Denn schon am Bahnhof war der Menschenauflauf schlicht unglaublich, so voll wirds in Bielefeld nicht mal in der Rushhour am Morgen – und vorallem bilden Fußballfans und Technopeople am Samstag Mittag eine fatale Mischung. Das ist etwas, das zwangsläufig massive Polizei- und andere Sicherheitskräfte wie magisch anzieht.
Der neue Look

Heute erinnert nur noch der Name an die ursprüngliche Zielsetzung der Loveparade., denn Dr. Motte wählte diesen Namen ja nicht von ungefähr. Der Traum von mehr Liebe auf der Welt und weniger Krieg und Streit unter den Menschen spiegelte sich zu Anfang und noch jahrelang sowohl in der Musik auf der Parade, als auch in den Köpfen ihrer Besucher. . . vielleicht ![]()
Dieses Jahr sah man nur wenig von den einschlägigen DJs und Acts der Szehne, dafür umso mehr Logos und Werbeplakate von großen Firmen, die man eh schon jeden Tag im Fernsehen sieht.

Auch die Vorstellung, dass nur die echten Raver in ihren unvermeidlichen Outfits den Weg nach Berlin oder jetzt ins Ruhrgebiet finden ist längst überholt. Dieses Jahr waren mindestens genauso viele Besucher zum ersten Mal da, wie Leute mit bereits einschlägiger Erfahrung.
Und von diesen Newcommers sind bestimmt auch mindestens die Hälfte überhaupt keine Anhänger des typischen Technosounds, den die Parade bis lang aufwies.

Alles, ohne Ausnahme, hat seine zwei Seiten:
Trotz aller Veränderungen, die es unleugbar gibt und die auch weiter fortschreiten werden, ist die Loveparade nach wie vor eine großartige Sache – eine Superlative, die einfach beeindruckt und wir waren nicht die Einzigen, die das in Bildern festhalten wollten.
Ich habe jede Sekunde genossen.

Trotz der unüberschaubaren Massen und der teils konfliktverdächtigen Mischung der Besucher blieb die Grundstimmung fast durchgängig friedlich, und mein Eindruck ist, dass die verstärkte Sicherheitspräsenz an diesem Samstag nicht gebraucht wurde.
Denn die Allermeisten, ob betrunken oder nicht, wollten einfach nur feiern, die letzte richtig große Party des Sommers mit viel Sonne.
Verlorene Schätze

Ein wichtiger Aspekt, der zwar nur indirekt mit der Loveparade zu tun hat, jedoch auf allen Veranstaltungen dieser Größe immer mehr zu sehen ist, gibt ungetrübten Einblick in eine zerfallende Gesellschaft.
Wir leben in einer Welt, in der mehr und mehr Menschen Tag für Tag unterwegs sind, um sich das Geld für ihr tägliches Leben irgendwo zusammenzusuchen, z.B. mit dem Aufsammeln von Flaschen.
Eine einfache Rechnung ergibt, welchen Berg an Flaschen es braucht, um beispielsweise nur 70 Euro zu verdienen. Und trotzdem gibt es heute Menschen, die dieses Geld fest in ihrem Haushalt eingeplant haben, weil sie ohne dies nicht oder nur schwer durch die Woche kommen.

Persönlich muss ich einfach mal sagen, dass ich es geil fand, trotz der teils zu leisen Musik, der kritischen Gedanken im Kopf und dem furchtbaren Gedränge, Partys wie diese wecken einfach mal die Lust auf Leben.

Eins war auch diesmal wie jedes Jahr, und es wird wohl auch immer so sein – Einigen bekommt das Feiern schlecht;
Zu viel Alk, zu viele Pillen, zu lang auf den Beinen oder zu viel von allem – die erwischt es irgendwann mit brutaler Härte.
So Long. . . – See You at the Loveparade

Am Ende war ich doch gut fertig
die heiße Sonne, das kühle Bier und der Rest saugt an den Kräften, zumal ich die letzten Tage schon viel tanzen war und daher nicht bei vollen Kräften
Außerdem musste ich viel zu früh weg, weil ich mir sonst wohl ein Zelt hätte einpacken müssen – man kam schon um 8 kaum noch dort weg…aber ich nehme ein Teil dieses Feelings mit und bewahre es bis nächstes Jahr.
An etwas sollte man immer glauben, letztendlich ist es egal an was, Hauptsache es ist positiv – so wie das Motto der diesjährigen Hymne von Westbam – Love is everywhere
Roman schrieb für BLUE PARADISE



Kommentar von Götz
1 August 30, 2007, 17:32 Uhr |
Hi Roman,
ich fand es auch geil!
Götz